CEMVA

Centro Educativo Multifuncional Villa Armonía
.
.
.

CEMVA /Villa Armonía / Sucre / Bolivia
Juni 2006

Bericht von Ariane Bahr

gestern hatten wir also unseren letzten Arbeitstag und es soll am Taetigkeitsbericht natuerlich nicht fehlen.¡Vamos!

Vom 15.05.2006 bis zum 14.06.2006 war ich im „Casa de niños“ des CEMVA Projektes in der Gruppe der 4- 6 jaehrigen taetig. Ich unterstuetzte die Erzieherin in der Beschaeftigung und Beaufsichtigung der Kinder sowie in der Ausbildung in verschiedenen Bereichen (Umgang miteinander, Achten auf Hygiene).

Bereits am ersten Tag fiel mir auf, dass es, obwohl es sich bei dem Kindergarten schon um einen der besseren Sorte handelt (Taegliche Reinigung der Raeume, Fernsehzimmer, gute Ernaehrung), an einigem fehlt. So zum Beispiel waren die Zahnbuersten in einem katastrophalen Zustand, die Zahnputzbecher nicht beschriftet und schmutzig. Ich besorgte also neue Zahnbuersten, reinigte die Zahnputzbecher und beklebte sie mit Namen und Tieraufklebern (damit die Kinder sie wiedererkennen). In den naechsten Wochen meines Aufenthaltes achtete ich darauf, dass jedes Kind seine eigene Zahnbuerste benutzt (vorher fand das relativ willkuerlich statt) und seinen Zahnputzbecher wieder an den richtigen Platz stellt.

Auch versuchte ich ihnen das regelmaessige Waschen der Haende und Gesichter beizubringen. Vorher wurde es wohl ein wenig versaeumt, sie zum Beispiel zum Haendewaschen nach dem Toilettengang zu erziehen. Ebenso fiel mir die extrem trockene Haut der Kinder auf. Ich fuehrte in dem Monat, in dem ich da war, das taegliche Eincremen des Gesichts und wenn Zeit blieb, auch der Beine und Arme ein.

Weiterhin versuchte ich, wie gesagt, an der Beschaeftigung der Kinder mitzuwirken. Ich hatte ein bisschen den Eindruck, dass es da von Seiten der Erzieherin ein wenig an Ideenvielfalt und Ausbildung mangelte. Auch ich hatte so meine Schwierigkeiten, da ich ja keine erzieherische Ausbildung besitze. Ich malte oft mit den Kids (meist nach Themenbereichen wie Tiere oder Fruechte), liess sie puzzeln und kneten, las ihnen Geschichten vor (zu diesem Zweck besorgten wir neue Maerchenbuecher) und versuchte auch, sie koerperlich aktiv zu halten. So zum Beispiel besorgten wir Radios und Kinderkassetten und an unserem letzten Tag gab es eine „fiesta“. Die Kids haben getanzt und hatten sehr viel Spass dabei. Auch hatten wir ein dickes Seil gekauft und jeder (uns eingeschlossen) musste sich im Seilspringen und Tauziehen beweisen.

Was mir oft Probleme bereitete, war die Erziehung der Kinder. Natuerlich haben sie gemerkt, dass ich nicht ihre Sprache spreche und haben nicht sonderlich gut auf mich gehoert. Ich habe auch schon in deutschen Kindergaerten gearbeitet und hatte den Eindruck, dass die Kids hier mehr streiten. Was manchmal echt nervenaufreibend ist. Dennoch wurde mir von Seiten der Kinder sehr viel Liebe entgegebgebracht. Wir haben oft gekuschelt und Spaesse gemacht.

Alles in allem war es eine wundervolle Erfahrung, die ich jedem weiterempfehlen wuerde. Man lernt Land und Leute von einer Seite kennen, die einem als „normalem“ Tourist verborgen bleibt. Und man schliesst die Kids unheimlich ins Herz. Der Abschied gestern ist uns sehr schwer gefallen. Und wir koennen nur hoffen, dass sie alle das Leben bekommen, das ihnen gebuehrt.

Ariane ariane.bahr@web.de