CEMVA

Centro Educativo Multifuncional Villa Armonía
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Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen gezeigt.

de:freiwillige:bahr [2010/06/10 21:02] (aktuell)
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 +CEMVA /Villa Armonía / Sucre / Bolivia\\
 +Juni 2006
 +====== Bericht von Ariane Bahr ======
 +gestern hatten wir also unseren letzten Arbeitstag  und es soll am
 +Taetigkeitsbericht natuerlich nicht fehlen.¡Vamos!
 +
 +Vom 15.05.2006 bis zum 14.06.2006 war ich im "Casa de niños" des CEMVA
 +Projektes in der Gruppe der 4- 6 jaehrigen taetig. Ich unterstuetzte die
 +Erzieherin in der Beschaeftigung und Beaufsichtigung der Kinder sowie in
 +der Ausbildung in verschiedenen Bereichen (Umgang miteinander, Achten
 +auf Hygiene).
 +
 +Bereits am ersten Tag fiel mir auf, dass es, obwohl es sich bei dem
 +Kindergarten schon um einen der besseren  Sorte handelt (Taegliche
 +Reinigung der Raeume, Fernsehzimmer, gute Ernaehrung), an einigem fehlt.
 +So zum Beispiel waren die Zahnbuersten in einem katastrophalen Zustand,
 +die Zahnputzbecher nicht beschriftet und schmutzig. Ich besorgte also
 +neue Zahnbuersten, reinigte die Zahnputzbecher und beklebte sie mit
 +Namen und Tieraufklebern (damit die Kinder sie wiedererkennen).
 +In den naechsten Wochen meines Aufenthaltes achtete ich darauf, dass
 +jedes Kind seine eigene Zahnbuerste benutzt (vorher fand das relativ
 +willkuerlich statt) und seinen Zahnputzbecher wieder an den richtigen
 +Platz stellt.
 +
 +Auch versuchte ich ihnen das regelmaessige Waschen der Haende und
 +Gesichter beizubringen. Vorher wurde es wohl ein wenig versaeumt, sie
 +zum Beispiel zum Haendewaschen nach dem Toilettengang zu erziehen.
 +Ebenso fiel mir die extrem trockene Haut der Kinder auf. Ich fuehrte in
 +dem Monat, in dem ich da war, das taegliche Eincremen des Gesichts und
 +wenn Zeit blieb, auch der Beine und Arme ein.
 +
 +Weiterhin versuchte ich, wie gesagt, an der Beschaeftigung der Kinder
 +mitzuwirken. Ich hatte ein bisschen den Eindruck, dass es da von Seiten
 +der Erzieherin ein wenig an Ideenvielfalt und Ausbildung mangelte.
 +Auch ich hatte so meine Schwierigkeiten, da ich ja keine erzieherische
 +Ausbildung besitze. Ich malte oft mit den Kids (meist nach
 +Themenbereichen wie Tiere oder Fruechte), liess sie puzzeln und kneten,
 +las ihnen Geschichten vor (zu diesem Zweck besorgten wir neue
 +Maerchenbuecher) und versuchte auch, sie koerperlich aktiv zu halten. So
 +zum Beispiel besorgten wir Radios und Kinderkassetten und an unserem
 +letzten Tag gab es eine "fiesta". Die Kids haben getanzt und hatten sehr
 +viel Spass dabei. Auch hatten wir ein dickes Seil gekauft und jeder (uns
 +eingeschlossen) musste sich im Seilspringen und Tauziehen beweisen.
 +
 +Was mir oft Probleme bereitete, war die Erziehung der Kinder. Natuerlich
 +haben sie gemerkt, dass ich nicht ihre Sprache spreche und haben nicht
 +sonderlich gut auf mich gehoert. Ich habe auch schon in deutschen
 +Kindergaerten gearbeitet und hatte den Eindruck, dass die Kids hier mehr
 +streiten. Was manchmal echt nervenaufreibend ist.
 +Dennoch wurde mir von Seiten der Kinder sehr viel Liebe
 +entgegebgebracht. Wir haben oft gekuschelt und Spaesse gemacht.
 +
 +Alles in allem war es eine wundervolle Erfahrung, die ich jedem
 +weiterempfehlen wuerde.
 +Man lernt Land und Leute von einer Seite kennen, die einem als
 +"normalem" Tourist verborgen bleibt.
 +Und man schliesst die Kids unheimlich ins Herz. Der Abschied gestern ist
 +uns sehr schwer gefallen.
 +Und wir koennen nur hoffen, dass sie alle das Leben bekommen, das ihnen
 +gebuehrt.
 +
 +
 +Ariane <ariane.bahr@web.de>