CEMVA

Centro Educativo Multifuncional Villa Armonía
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Erfahrungsbericht CEMVA - Michaela Beyerle

Oktober 2006 - Mai 2007

2007michi-1.jpgWährend meines Aufenthalts im Projekt habe ich sowohl im Sozialbüro, als auch im Schülermittagstisch mitgearbeitet.

Das Sozialbüro betreute ich zusammen mit einem bolivianischen Anwalt täglich ein bis zwei Stunden am Vormittag. Meine Aufgabe bestand darin, die Häuser der bei uns Hilfe suchenden zu besichtigen und zusammen mit dem Anwalt und Frau Hochmann abzuwägen, ob die Lebensbedingungen der betreffenden Person eine Unterstützung (in Form von monatlichen Lebensmittelzuwendungen) rechtfertigen. Wir erstellten so eine Liste von regelmäßigen Hilfsempfängern, denen wir dann ihre Monatsration aushändigten. Auch Menschen, die kein Geld für Medikamente, Schulsachen, Babynahrung oder ähnliches besaßen, wurden von uns unterstützt.

Im Anschluss daran ging es in den Schülermittagstisch, wo ich mit den anderen Freiwilligen und einer Betreuerin um die 20 Kinder bei den Hausaufgaben half. Es war sehr erschreckend zu sehen, wie den Kindern in der Schule die Lerninhalte vermittelt wurden- oder eben nicht vermittelt wurden. Es bestand großer Nachholbedarf und zum Teil musste das Gelernte noch einmal von Anfang an aufgearbeitet werden. Hier wäre es wichtig, dass auch in Zukunft jemand ein Auge darauf hat, dass die Hausaufgaben sorgfältig gemacht werden, dass nicht nur auswendig gelernt, sondern auch verstanden und verinnerlicht wird. Besonders im Fach Englisch war immer Bedarf an Nachhilfe- wäre vielleicht sogar für die Lehrer angesagt.

2007michi-2.jpgGegen elf Uhr begannen wir dann mit den Vorbereitungen für das Mittagessen, das heißt, für ca.110 Kinder Tische decken, Waschwannen aufstellen, Essen austeilen, aufpassen, dass auch alle ihre Hände waschen und sich keiner prügelt, dass irgendwann alle auf ihrem Platz sind und sich einigermaßen gesittet benehmen- gar nicht so einfach. Nach dem Essen sollten dann im Idealfall alle ihren Teller gewaschen haben und in Gruppen aufgeteilt den Saal wieder vom frisch verteilten Schmutz und Essensresten gereinigt haben. Auch da sollte man immer hinterher sein, denn viele versuchen natürlich, das Saubermachen zu umgehen.

Außerdem sollte man eigentlich immer eine Person haben, die das Zähneputzen beaufsichtigt, die Kinder haben alle katastrophale Zähne, die meisten putzen sich nie die Zähne.

Kaum war der Saal dann wieder betretbar, kamen dann auch schon die nächsten Kinder zum Hausaufgaben machen. Das war die Schilderung des Alltags, zudem haben wir noch Computerunterricht für verschiedene Altersgruppen angeboten (Kurse für Word, Excel, Power Point etc.) und einige Ansätze für Nachhilfeunterricht gehabt, die man allerdings noch ausbauen könnte, wie bereits gesagt besteht in Englisch großer Bedarf.

In den Schulferien hat der Schülermittagstisch ein Programm angeboten mit Fußballspielen, Schach, Englisch für die Kleinen, Wasserschlachten, backen und anderem, das hat allen Kindern sehr gut gefallen, das wäre auch für die zukünftigen Freiwilligen interessant.

2007michi-3.jpgInsgesamt kann ich sagen, dass mir meine Zeit in Sucre sehr gut gefallen hat, dass ich viel gelernt habe und dass ich –nach dem ersten Kulturschock- die bolivianische Kultur und die Menschen dort sehr lieb gewonnen habe. Ich kann also jedem, der aufgeschlossen ist und Neues kennen lernen möchte, wärmstens empfehlen, einen Freiwilligendienst dort zu machen.