CEMVA

Centro Educativo Multifuncional Villa Armonía
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In der Kindertagesstätte "Casa del Niño"

August 2007 bis Juli 2008

Ich habe 12 Monate in der Kindertagesstätte „Casa del Niño“ gearbeitet. Nach einer kurzen Einführung (1 Monat) gemeinsam mit zwei anderen Erzieherinnen in der Gruppe der Jüngsten (2 Monate - 1 Jahr) fiel eine Erzieherin aus, da ihr kleiner Sohn an Nierenkrebs erkrankte. Deswegen wurde ich in ihre gruppe „verlegt“ und hatte plötzlich nicht mehr zehn kleine Säuglinge zu dritt sondern sechs Kleinkinder (1 - 2 Jahre) alleine. Zum Glück kam bald noch eine Aushilfe, so dass wir (nach Aufstockung) zu zweit zehn Kinder hatten. Der Tag bestand aus Frühstück gegen 08:30 Uhr, dann einer Spielstunde, die gehen 10:00 Uhr durch eine kleine Zwischenmahlzeit unterbrochen wurde. Es gab Joghurt, Früchte, Eier, halt immer etwas anderes. Danach gin unsere Gruppe meist auf den Spielplatz, der zwischen zwischen den Gebäuden befindet, um auch draußen zu spielen. Allerdings nur, wenn es nicht gerade geregnet hat. Manchmal (etwa einmal in der Woche) gingen wir um den Block spazieren - weiter kommen die Kleinen noch nicht, wenn sie danach noch auf dem Spielplatz rumtollen. Oft schliefen uns auch einige während des Mittagessens ein. Gegen 13:45 Uhr wurden die (restlichen) Kinder dann zum Mittagsschlaf überredet. Viele schliefen auf Matratzen auf dem Boden, nur die Jüngsten und Ältesten hatten Betten. dies lag aber auch daran, dass die Kleinen ihren Raum nicht verlassen mussten, um zu schlafen und sie noch mehr Ruhe brauchen als die Älteren, die nach einer Stunde schon wieder wach sind.

Nach den kurzen Ferien zu Neujahr rotierte ich in den Gruppen, was zum Einen ganz schön war, da ich alle Kinder kennenlernen konnte und auch allen Erzieherinnen für einen Monat helfen konnte. Zum Anderen war es aber auch schlecht, da ich, gerade wenn ich die Kinder einigermaßen kennengelernt hatte und mich gerade anfing auf sie einzustellen, die Gruppe wechseln musste.Ganz schade fand ich es, als ich eine Gruppe verlassen musste, in der wir (die Erzieherin und ich) gerade eine neue Sitzordnung eingerichtet hatten. Durch diese Sitzordnung (an drei Tischen, und nicht an einem langen, wie es sonst üblich ist) wurden die Kinder nicht so abgelenkt und man konnte sie ein wenig zusammensetzen. So hatten wir an einem Tisch, an dem die andere Erziehrin saß, alle Kinder sitzen, die wenig oder garnicht aßen (oder essen wollten). Kurz nachdem ich die Gruppe verlassen hatte, wurde eine neue „Direktorin“ eingestellt (sie wechselten alle 3 Monate, damit jeder einmal drankommen darf, jetzt aber nicht mehr), so dass einige ihre Gruppen wechseln mussten, da die Kinder nicht mit ihren Eltern zusammen in einer Gruppe sein sollten. So kam ich wieder mit derselben Erzieherin in eine Gruppe, „unsere“ ehemalige Gruppe jedoch bekam eine neue Erzieherin, die diese neue Sitzordnung nicht gut fand.

Am Ende meines Aufenthalts wurden gerade neue Ordnungen, die wir gemeinsam erarbeitet hatten, eingeführt. So zum Beispiel sollten die gruppen nur noch einzeln auf den Hof, da es einige Verletzungen gegeben hatte, und es leichter ist, nur auf eine Gruppe aufzupassen, da die Erzieherinnen den Spielplatzaufenhalt oft zu einem kleinen Schwatz nutzten und die Kinder (fast) ohne Aufsicht herumtollen konnten - was manchmal zu einigen Unfällen führte, wobei keiner schwerwiegend war. Außerdem wurde der Essensplan umgestellt, so dass es jetzt häufiger Obst gibt, was ich sehr gut finde.

Ich hatte das Glück, dass ich außer im Kinderhaus am Anfang auch teilweise in der Hausaufgabenhilfe eingesetzt wurde, was einen guten Gegenpol bot, da ich zu der Zeit nur im Säuglingsraum war, was einem irgendwann ein wenig auf die Nerven gehen kann, wenn man es nicht gewöhnt ist, da bei zehn Säuglingen eigentlich immer einer oder zwei sind, die weinen und/oder schreien. Auch kann man sich nicht gut mit ihnen unterhalten, so dass ich eigentlich nur zwei Personen hatte, mit denen ich mich unterhielt. Bei der Hausaufgabenhilfe war ich nachmittags oft alleine mit der Lehrerin, was uns sehr überforderte. Ich konnte mich auch nicht richtig einarbeiten, da ich jeweils nur eine Stunde dort war. Felix und Philipp kamen jeweils eine halbe Stunde später als ich dorthin und blieben länger. Ich hingegen musste nach einer Stunde wieder zurück in die Kindertagesstätte.

In den Ferien wurden Xenia und ich zum Keksverkauf für die Bäckerei eingestellt, da einige Hilfskräfte, die dies eigentlich tun, ausgefallen waren.

So war meine Zeit dort sehr abwechslungsreich, und es hat mir Spaß gemacht, verschiedene Aspekte der Projektarbeit zu betrachten, wobei ich sehr froh war, im Kinderhaus meine Haupttätigkeit gefunden zu haben.

Anne Schicke
titiuuh ät gmail punkt com

Photos

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Erste Freundschaften entwickeln sich (Saal 1-2 Jahre) (Foto von Anne Schicke, September 2007)
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Fertig! - kurz nach dem Essen (Saal 1-2 Jahre) (Foto von Anne Schicke, September 2007)
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Zähneputzen nach dem Essen (Saal 4-6 Jahre) (Foto von Anne Schicke, Juni 2008)
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Schlafen - auf der Matratze (Saal 1-2 Jahre) (Foto von Anne Schicke, September 2007)
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Mittagessen unter freiem Himmel - Ausflug nach Lajastambo (Foto von Anne Schicke, Februar 2008)
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Ausflug zu einer Grünfläche in der Nähe der Guardería (Foto von Anne Schicke, Juni 2008)
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Wer wohl gewinnt? - Wahl der Frühlingskönigin (Foto von Anne Schicke, September 2007)
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Weihnachten - Tanz der Gruppe der 2-3 Jährigen (Foto von Anne Schicke, Dezember 2007)
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Ob der mir was tut? - Tag des Kindes mit Clownsbesuch (Foto von Anne Schicke, April 2008)
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Ausflug zum „parque mariscal“ (Foto von Anne Schicke, Juli 2008)
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Ausflug zum „parque mariscal“ (Foto von Anne Schicke, Juli 2008)
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Einmal ganz in weiß - ein Täufling (Foto von Anne Schicke, Mai 2008)

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(Foto von Anne Schicke, Dezember 2007)
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(Foto von Anne Schicke, Dezember 2007
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In dem Elternhaus eines der Kinder der Guarderia. In dem Zimmer standen 2 Betten (auf dem einen sitzen wir, das anderen daneben, mit einem ca. 40 cm breiten Gang, rechts unten in der Ecke zu sehen). Dann gab's noch eine kleine Herdstelle (zweiflammiges Gasgestell) und dadrunter eine kleine Aufbewahrung. In einer Ecke stand ein Fernseher (hat fast jede Familile, ist ein Statussymbol). Mehr gab's nicht in dem Zimmer, Kleidung wurde in einem riesigen Karton aufbewahrt. (Foto von Anne Schicke, Mai 2008)
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Blick auf das Haupthaus der Kindertagesstätte. (Foto von Anne Schicke, September 2007)
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Links im Bild die Werk- und Lehrstätten für die Frauen, oben ist auch eine Schneiderwerkstatt vorhanden. Daneben in dem „roten“ Haus ist oben der Friseur, unten ein Computerraum. (Foto von Anne Schicke, September 2007)
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Blick auf die Werk- und Lehrstätten, und auf das Kletterhaus der Kindertagesstätte (Foto von Anne Schicke, September 2007)
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Rechts ist das Nebenhaus der Kindertagesstätte, dort ist der Saal der 1-2 Jährigen untergebracht. Ungefähr vor der Leiter ist die Tür zur Apotheke. Der Raum links daneben ist momentan frei (Das war mal das Anwaltsbüro, aber der Anwalt ist jetzt im Büro in der Schreinerei.) (Foto von Anne Schicke, September 2007)
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Blick auf Turngeräte, gleich neben dem Garagentor. Links unten hinter dem Gitter ist die Arztpraxis (Foto von Anne Schicke, September 2007)
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Das Garagentor wird nur nachmittags geöffnet, da sonst die Schulkinder alle im Hof sind. (Foto von Anne Schicke, September 2007)
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Blick auf den Spielplatz/Hof zwischen den Häusern, aber innerhalb der Mauer, die die Kindertagsstätte umgibt. (Foto von Anne Schicke, September 2007)
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Treppe, die zu einem Eingang der Kindertagesstätte führt (links) ins Haupthaus hinein. (Foto von Anne Schicke, September 2007)
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Innenhof („patio“) der Kindertagsstätte, in der Mitte ist der (Haupt-)eingang zum Haupthaus der Kindertagsstätte. Die Bodenplatten wurden aber gerade erst neugestrichen. (fotografiert Ende 2007) (Foto von Anne Schicke, September 2007)
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Der Innenhof der Kindertagsstätte, links die Treppe führt zum Spielplatz, rechts hinten geht es um eine Ecke und dann zur Küche (Foto von Anne Schicke, September 2007)
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Innenhof der Schreinerei (während einer Ausstellung) (Foto von Anne Schicke, Dezember 2007)
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Aussenansicht der Bäckerei (Foto von Anne Schicke, Juni 2008)
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Außenansicht der Spielzeugwerkstatt und einer der Wohnstätten der Freiwilligen („Pumahaus“) (Foto von Anne Schicke, Juni 2008)
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Blick aus der Kindertagsstätte Richtung Bäckerei (das vorletzte Haus unten rechts an der Straße). Das weiße Dach am rechten hinteren Bildrand ist von der Schreinerei. (Foto von Anne Schicke, Juni 2008)
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Außenansicht des Kindertagsstätte. Links die ersten 2 1/2 Fenster gehören zum Gesundheitszentrum, die nächsten drei zum Schlafraum der 3-6 Jährigen, dann ein „Badezimmerfenster“, die nächsten drei zum Raum der 4-6 Jährigen und die letzten drei zur Küche. Daneben (leider nicht mehr auf dem Bild) ist der Eingang. (Foto von Anne Schicke, Juni 2008)
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Bau der Metallwerkstatt (Foto von Anne Schicke, Juni 2008)
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Bau der Metallwerkstatt (Foto von Anne Schicke, Juni 2008)