CEMVA

Centro Educativo Multifuncional Villa Armonía
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Das Projekt CEMVA

Seit 1994 unterstützt CEMVA (Centro Educativo Multifuncional Villa Armonía), mitfinanziert von deutscher Hilfe, die Entwicklung des Stadtteils Villa Armonía im Norden von Sucre. Die ständig wachsende Bevölkerung besteht zum Großteil aus quechua-sprachigen, vom Land zugezogenen Bauern (campesinos), die in der Stadt eine bessere Zukunft suchen. Ziel von CEMVA ist, die Bildung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, in Zusammenarbeit mit der bolivianischen Schulbehörde zu fördern. Ein weiteres Anliegen ist die Gesundheitsvorsorge für die Bevölkerung und die Milderung sozialer Missstände in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt, dem Gesundheitsamt und anderen diesbezüglichen Institutionen.

Frau Karen Hochmann, die vor 45 Jahren als Entwicklungshelferin nach Bolivien kam und später Spendengelder für Waisenhäuser in Sucre verwaltete, zog 1993 nach Villa Armonia und gründete dort in gemieteten Räumen einen Kindergarten und damit das Projekt CEMVA. Im August 1998 wurde der rechtsgültige bolivianischen Verein CEMVA ins Leben gerufen, der die Entwicklungsarbeit wirkungsvoller vertreten kann. Seitdem helfen jährlich deutsche Zivildienstleistende und Freiwillige im Projekt mit. Von Anfang an war die Zusammenarbeit sowohl mit bolivianischen Behörden als auch mit deutschen Vereinen notwendig, da die Realisierung eines so schnell wachsenden Projektes Mittel aus verschiedenen Quellen benötigt. Die Vereine “Bolivianisches Kinderhilfswerk e.V.” (BKHW) und “Jugend- und Sozialarbeit in Bolivien e.V.” unterstützen CEMVA schon seit vielen Jahren. Später kam der Verein “Bolivien Hilfe e.V.” dazu, der für die Entsendung von Freiwilligen bis 2006 zuständig war.Seit Mitte 2008 entsendet das BKHW weltwärts Freiwillige. Im Laufe der letzten sechzehn Jahre entstanden eine Schule mit vier Gebäuden und einem Sportplatz, ein Kindergarten, eine Kindertagesstätte, ein Gesundheitszentrum (mit Allgemein- und Zahnarztpraxis), neun Lehrwerkstätten (für Hand- und Maschinenstricken, Konfektionsschneiderei, Lederbearbeitung, Friseur, Informatik, Schreinerei, Elektrizität und Metall-Mechanik). Des Weiteren wurde auf dem Gelände des Kindergartens ein Mehrzweckgebäude errichtet, welches im Erdgeschoss den Schülermittagstisch beherbergt. Seit 2003 besteht eine industrielle Bäckerei aus eigenen Mitteln, die sich selber trägt und z.Z. 15 Personen einen Arbeitsplatz bietet. Sie kommt als soziale Einrichtung, zusammen mit anderen Bäckereien einmal pro Woche für das Schulfrühstück in den Stadtschulen auf.

Zu dem Wachstum des Projektes CEMVA hat der Verein “Bolivien Hilfe e.V.” beigetragen. Er hat mit Hilfe des BKHW Mittel vom BMZ für den Bau des Kindergartens und der technischen Werkstätten erworben und in Zusammenarbeit mit CEMVA verwaltet.

Seit 2008 arbeiten eine Sozialarbeiterin, zwei Verwaltungskräfte und ein Rechtsanwalt im CEMVA-Projekt mit, um der hilfesuchenden, bedürftigen Bevölkerung wirkungsvoller helfen zu können. Sie werden in ihrer Arbeit von Praktikanten der Universität unterstützt. Mitte 2010 wurde eine weiter Verwaltungskraft für die technischen Werkstätten eingestellt.

Seit Mitte 2008 ist CEMVA durch Vermittlung des Vereins „Bolivianisches Kinderhilfswerk“ (BKHW) eine anerkannte Partnerorganisation des Weltwärts-Programmes.

Im August 2009 konnte durch eine 15 000 US-Dollar Spende von VitaeLab aus Norwegen und einer Beihilfe vom Bürgermeisteramt mit dem Bau eines Mehrzweckgebäudes einschließlich Pförtnerwohnung, Kindertagesstätte und Gesundheitszentrum im Nachbarort Villa Armonía B begonnen werden. Zur Fertigstellung, Einrichtung und Führung werden weitere Spendenmittel benötigt.

Das Projekt wird auch in Zukunft von ausländischer Hilfe und einer kompetenten Leitung abhängig sein. Diese zu sichern, ist ein Hauptanliegen des CEMVA-Direktoriums.

19.08.2010