CEMVA

Centro Educativo Multifuncional Villa Armonía
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Werkstaetten

Technische Werkstaetten

Metallwerkstatt | Taller metalúrgico

Mit dem Bau der Kindertagesstätte, des Kindergartens, der Schule sowie der Frauenwerkstätten wurde bis 2003 bereits ein sehr wesentlicher Beitrag zur Bildungssituation in Villa Armonía geleistet. Als grosses Manko blieb jedoch die fehlende Ausbildungsmöglichkeit insbesondere für männliche Schulabgänger. Nach acht abgeschlossenen Schuljahren haben sie auf dem Arbeitsmarkt kaum bessere Aussichten ausser als ungelernter Hilfsarbeiter, als Händler oder Fahrer ein spärliches Einkommen zu verdienen.

Um diesen Missstand in den handwerklichen Berufen zu beheben und den jungen Schulabgängern bessere Zukunftsperspektiven zu ermöglichen, plante CEMVA zusammen mit den Vereinen „Bolivien Hilfe“ und „Bolivianisches Kinderhilfswerk“ den Bau von Werkstätten für die Berufe Schreinerei, Elektrizität und Metall-Mechanik.

Mit der finanziellen Unterstuetzung des deutschen Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) wurden bis 2004 Teile der Werkstätten- und Verwaltungsgebaeude errichtet und mit modernen holzverarbeitenden Maschinen ausgestattet.

Nach dem Vorbild bolivianischer Lehrpläne für vergleichbare Institute in La Paz soll in zunächst zwei Jahrgängen Schreinerei und Elektrizitaet unterrichtet werden. Bewohner aus Villa Armonía, mit abgeschlossener 8-jaehriger Schulbildung und erkennbarem handwerklichen Interesse sind bevorzugt. Je Beruf und Jahrgang werden etwa zehn Auszubildende aufgenommen. Die Ausbildung besteht in gleichen Teilen aus Theorie und Praxis (von Zivis wird Computerunterricht gegeben), wobei im Rahmen der praktischen Arbeit so weit wie möglich verkaufbare Gegenstände wie beispielsweise Tische und Stühle, kleinere praktische Dinge, Schaltungen u.a.m. hergestellt werden. Inzwischen werden aber auch schon speziellere Aufträge von anderen Organisationen angenommen und bearbeitet.

Bereits vor der endgueltigen Fertigstellung der Gebaeude konnten vor zwei Jahren erste Schreinerlehrlinge eingestellt werden, die unter Anleitung der zwei Schreinermeister die Ausbildung im Dezember 2004 erfolgreich abschlossen. Neben den Lehrlingen, die bereits die Haelfte ihrer Ausbildung absolviert haben, konnte somit dieses Jahr bereits der dritte Jahrgang begruesst werden.

Der Elektrowerkstatt fehlt es nie an Lehrlingen. Sie haben in der neuen Kindertagesstätte in Villa Armonia „B“ die komplette Hausinstallation unter der Aufsicht ihres Meisters erstellt.

Wir gehen davon aus, dass mit Hilfe des Gesamtkonzeptes der technischen Werkstaetten ein Beitrag zur Verbesserung der Arbeits- und Einkommenssituation in Villa Armonía und angrenzenden Stadtteilen von Sucre geleistet werden kann.

Seit den Anfängen des CEMVA Projekts wurde nicht nur schulische, sondern auch berufliche Ausbildung betrieben. Über 90 Jugendliche beiden Geschlechts werden inzwischen jedes Jahr handwerklich ausgebildet.

1995 wurde erstmals ein Näh- und ein Strickkurs in den Räumen des Schulgebäudes angeboten. Für den Nähkurs gab es schon damals eine staatliche Planstelle, während die kompetente Stricklehrerin wegen mangelnden Abiturs bis auf den heutigen Tag von Spendengeldern bezahlt werden muss. Die Notwendigkeit eigener Räumlichkeiten für diese Werkstätten wurde mit den Jahren immer deutlicher.

Die japanische Botschaft gab zu einem Werkstättengebäude und dessen Einrichtung einen Betrag von 80 000 USD. Der Rest wurde mit anderweitigen Spendengeldern finanziert.

Hiroko Kazama, eine japanische Entwicklungshelferin leitete ab 1999 sowohl den zweistöckigen Bau, als auch die Einrichtung der Werkstätten und die Organisation des Unterrichts.

Seit 1999 gibt es für die Ausbildungszweige Stricken, Nähen, Lederbearbeitung und Backen insgesamt sechs Lehrerinnen, von denen jedoch nur zwei durch staatliche Gehälter abgedeckt sind.

Mit Hilfe der Vereine „Bolivienhilfe“ und „Bolivianisches Kinderhilfswerk“ sowie dem BMZ konnte der erste Teil der technischen Werkstätten (Schreinerwerkstatt sowie Elektrizität samt dem Verwaltungsgebäude) im Jahre 2002 gebaut werden.

Im jahre 2003 nahm die Schreinerei in der neu erbauten Halle ihren Betrieb auf. Gleichzeitig entstand das angrenzende Gebäude das heute die Elektrizitätswerkstatt, die Informatik sowie einen Saal für den Alfabetisierungunterricht beherbergt.

Im jahre 2005 wurde vom Schulamt ein Direktor für die gesamten Werkstätten eingesetzt.

Im Jahre 2007 wurde mit dem Anbau der Metallwerkstatt begonnen, dessen Dach durch die Tatkraft deutscher Freiwilliger preisgünstig erstellt werden konnte. Mit Hilfe der deutschen Botschaft entand der zentrale Hof sowie eine Pförtnerwohnung, die die verschiedenen Gebäude zu einem Komplex vereinen.

Im Juni 2010 wurden Halbtagslehrer sowohl für die Schreinerei als auch für die Metallwerkstatt vom Schulamt genehmigt.

Die Situation der Werkstaetten

25.08.2010

Fotos