CEMVA

Centro Educativo Multifuncional Villa Armonía
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Bolivien

Entwicklung

Stand vom 1. Februar 2002

Das Land ist verkehrsmässig noch wenig erschlossen. Es gibt nur etwa 3000 km asphaltierte Landstrassen. Alle Verbindungswege (Schotterpisten, Geröll- und Feldwege; wenige Brücken) sind während der Regenzeit oft nicht passierbar.

Mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 994 US$ pro Kopf ist Bolivien der ärmste Staat Südamerikas. Die Regierung Boliviens ist bemüht, das Haushaltsdefizit in Grenzen zu halten (2000: 3,97%) und die stark vom Export von Rohstoffen und Agrarprodukten abhängige Wirtschaftsentwicklung zu fördern.

Die durschnittliche Lebenserwartung von 64 Jahren (Deutschland: 78 Jahre) und die hohe Säuglingssterblichkeit von 56/1000 (Deutschland: 5/1000) deuten auf unterdurchschnittliche Gesundheitsversorgung und schlechte Lebensverhältnisse hin. Die Analphabetenquoten (Männer 7,9%, Frauen 20,6%; Deutschland: Männer sowie Frauen unter 1,0%) sind Zeichen mangelhafter Bildung.

39% der erwerbstätigen Bolivianer sind in der Landwirtschaft beschäftigt. Nur etwa 5% der Landesfläche werden als Ackerland benutzt bzw. können genutzt werden.

Um die Lebens-, Gesundheits- und Bildungsverhältnisse zu verbessern und um das Bevölkerungswachstum von 2,15% zu absorbieren, ist Bolivien auf die Hilfe des Auslands angewiesen.

Die Bundesrepublik Deutschland ist fünftgrösster Geldgeber (nach USA, Japan, Niederlande und Spanien). Seit 1950 hat Bolivien insgesamt 2,2 Mrd. DM deutsche Entwicklungszusammenarbeitszusagen erhalten.

Quellen

Geographie

Bolivien ist ein Binnenland im Tropengürtel Südamerikas. Es reicht von den beiden Kordillerenzügen im Westen bis in das flache, von vielen Flüssen durchzogene Einzugsgebiet des Amazonas im Osten. Der Westen ist andine Hochgebirgslandschaft; im grösseren östlichen Landesteil überwiegen Tropischer Regenwald und Savanne.

Bolivien ist ungefähr dreimal so gross wie die Bundesrepublik Deutschland und hat ca. 7,2 Mio. Einwohner. Die drei Hauptregionen (das Andenhochland, die Andentäler und das tropische Tiefland) stehen mit Klima, Vegetation und Einwohnertypus in scharfem Kontrast zueinander. (Quelle: Auswärtiges Amt)

Geschichte

Stand: Juli 2004

15. Jh. Ausbreitung des Inkareiches bis Bolivien

1532 Eroberung des Inkareiches durch Spanien (Francisco Pizarro, Diego de Almagro)

ab 1658 Regionale Indigenenaufstände gegen die spanischen Eroberer (u.a. Tupac Katari)

6. August 1825 Unabhängigkeitserklärung durch Simón Bolívar

1879/84 „Salpeterkrieg“ - Verlust der Küstengebiete (Antofagasta) und anderer Landesteile an Chile

1902/03 nach Gebietsverlusten 1867 weitere Verluste in Acre an Brasilien

1904 Friedensvertrag mit Chile (Land gegen Eisenbahn)

1932 - 35 „Chaco-Krieg“ - Verlust von Teilen des Gran Chaco an Paraguay - Zerrüttung der Wirtschaft

1952 Revolutionäre Machtergreifung durch den MNR (Movimiento Nacionalista Revolucionario) unter Dr. Victor Paz Estenssoro: Verstaatlichung der großen Bergbauunternehmen, Landreform, allgemeines Wahlrecht Militärputsch durch General Barrientos - Nach tödlichem Unfall Barrientos: General Ovando

1970 Putsch von General Torres nach innenpolitischen Unruhen (Linksregierung)

August 1971 Putsch von General Banzer

1977 Wiederzulassung politischer Parteien

1979 Wahlen ohne klares Ergebnis

November 1979 Erfolgloser Putsch durch Alberto Natusch

Juni 1980 Wahlen, relative Mehrheit für Siles Zuazo (UDP), Übergangsregierung Lydia Geiler

Juli 1980 Putsch von General Luis García Meza

April 1981 Rücktritt von General Luis García Meza

10.10.1982 Übergabe der Regierungsgewalt durch General Guido Vildoso an Siles Zuazo (Basis: Wahlen von 1980)

06.08.1985 Dr. Victor Paz Estenssoro (MNR) aufgrund vorgezogener Wahlen (14.07.1985) und des 2. Wahlgangs im Kongress (04.08.1985) zum vierten Mal Präsident, mit Hilfe von ADN

06.08.1989 Jaime Paz Zamora (MIR) nach Wahlen vom 07.05.1989 und 2. Wahlgang Präsident durch Bündnis mit ADN (General Banzer) („Acuerdo patriótico“ ADN/MIR)

06.08.1993 Gonzalo Sánchez de Lozada (MNR) Präsident im ersten Wahlgang (33,84%). Koalition mit MBL, UCS und MRTKL

06.08.1997 General a.D. Hugo Banzer Suárez/ADN (22%) zum verfassungsmäßigen Präsidenten gewählt; Koalition mit MIR, UCS und CONDEPA.

06.08.2001 Präsident Banzer tritt krankheitsbedingt von seinem Amt zurück, Vizepräsident Quiroga wird neuer (Interims-)Präsident

19.02.2002 Überschwemmungskatastrophe fordert 60 Todesopfer in La Paz

30.06.2002 Aus den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen geht der MNR als stärkste politische Kraft hervor (22,46%)

03.08.2002 Nach langwierigen Koalitionsverhandlungen wird Sánchez de Lozada (MNR) mit den Stimmen von MIR und UCS zum Präsidenten gewählt, Vizepräsident wird Carlos Mesa.

17.10.2003 Nach einer Regierungskrise mit gewaltsamen Ausschreitungen im ganzen Land tritt Präsident Sánchez Lozada zurück und der bisherige Vizepräsident Carlos Mesa übernimmt das Amt des Präsidenten.

18.07.2004 Referendum über die Erdgaspolitik, Wahlbeteiligung 58,4%; nach vorläufigem Ergebnis haben sich ca. 60% der Stimmen zu Gunsten der Erdgaspolitik (Industrialisierung, Export, Wiedergründung der staatlichen Fördergesellschaft) ausgesprochen

Quelle: Auswärtiges Amt